Sind Elektroautos der Schlüssel für individuelle Mobilität?

bdew0316_composing-kopie

bdew0316_pro-und-contra_bmw_ak40-dr-becker

Das Auto mit seiner Transportaufgabe bleibt auch mit E-Antrieb Bestand­teil der Wertschöpfungskette.

Von Thomas Becker

Das Streben nach individueller Mobilität ist ein menschliches Grundbedürfnis. Sie ermöglicht soziale Partizipation und wirtschaftliche Entwicklung. Die Automobilindustrie steht in der Verantwortung, ihren Beitrag zur nachhaltigen Mobilität zu leisten und damit gesellschaftliche Kompatibilität auch in der Zukunft sicherzustellen. Mit dem Klimagipfel von Paris ist die Unumkehrbarkeit der Dekarbonisierung klar geworden. Die Elek­trifizierung der Verkehrsträger wird dazu einen signifikanten Beitrag leisten. Hinzu kommt der Effizienzgedanke: Eine vollständige Elektrifizierung kann zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs im Pkw-Sektor um 75 Prozent führen.

Die Elektrifizierung braucht Geduld. Trotzdem ist bereits heute klar: Nachhaltige Mobilität geht nur elektrisch. Technologischer Fortschritt, die Preisdegression insbesondere bei den Speichern und das verbesserte Portfolio der Automobilhersteller sorgen für zunehmend attraktive Angebote. Gleichzeitig muss sich die Ladeinfrastruktur schnell entwickeln. Schon heute ist für die meisten Nutzer eines Elektroautos der Grünstromvertrag Normalität.

Durch die Nutzung regenerativer Energien und die Kopplung des Verkehrs mit der Transformation der Energiewirtschaft entstehen in Verbindung mit intelligenten Lösungen hocheffiziente Systeme. Die Energiewende läuft damit komplementär mit dem Umbruch im Verkehrsbereich. Das Produkt Auto mit seiner Transport­aufgabe ist dabei ein Bestandteil der Gesamtwertschöpfungskette. So bieten sich durch eine netzdienliche Integration von Fahrzeugspeichern deutliche Potenziale zur Kompensation der Auswirkungen des Ausbaus der volatilen Erneuerbaren Energien. Schließlich ist das E-Auto Teil eines verkehrlichen Gesamtsystems: Multimodale Angebote, eCar Sharing  und die integrierte Nutzung der Verkehrsressourcen reduzieren die Umweltbelastung, insbesondere in den Städten. Die Digitalisierung ist der Schlüssel, um die immensen systemischen Synergien umfänglich zu nutzen.

Das Automobil wird auch in Zukunft Teil des Alltags sein. Die zunehmende Ausbreitung von E-Mobilen in Verbindung mit einer intelligenten Netzinte­gration sorgt maßgeblich für die Verringerung verkehrsbedingter Emissionen.
Die drei konvergierenden Entwicklungen Energiewende, Elektromobilität und Digitalisierung bieten enorme Chancen, um unsere Energie- und Mobilitätssysteme zu integrieren und damit genauso sauber wie zukunftsfähig zu machen. Diese Aufgabe ist komplex, braucht Zeit und bedarf des gemeinsamen Zusammenwirkens aller – aber es lohnt sich.